Zur Blogübersicht
Praxiswissen 2 Min. Lesezeit

Füllungsmaterialien im Seitenzahnbereich

Wir vergleichen die verschiedenen Füllungsmaterialien im Seitenzahnbereich und erklären Ihnen die Unterschiede.

vollanatomische Kompositfüllung
Kompositfüllung (© Dr. Lorenz Holmer)

Indikation, Vorteile und Ablauf im Überlick

Wer im Backenzahnbereich eine neue Füllung benötigt, steht häufig vor der Frage: Kompositfüllung oder Alternative auf Kassenkosten? Eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich ist heute die am häufigsten gewählte zahnfarbene Versorgung für Backenzähne - ästhetisch unauffällig, stabil und in wissenschaftlichen Studien gut untersucht. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Kompositfüllung funktioniert, wie lange sie hält und was Sie bei der Kostenübernahme durch die Krankenkasse beachten sollten.

Was ist eine Kompositfüllung?

Komposit ist ein zahnfarbenes Kunststoff-Füllungsmaterial, das mittels Klebetechnik (Adhäsivverfahren) fest mit dem Zahn verbunden wird. Anders als bei früher üblichen Füllungen ist dafür meist keine zusätzliche mechanische Verankerung nötig - gesunde Zahnsubstanz kann so besser geschont werden. Durch eine Kunststofffüllung kann der Zahn vollanatomisch nachgebildet werden und die natürlich Funktion deutlich besser erfüllen. Nach dem Aushärten mit einer speziellen Lichtquelle ist die Füllung sofort belastbar.

Komposit oder Glasionomerzement – was ist der Unterschied?

Bildtitel

Auf diesem Bild können sie die verschiedenen Füllungsmaterialien im Vergleich sehen: links - Amalgam (seit 1. Januar 2025 verboten), mittig - Glasionomerzement, rechts - vollanatomische Kompositfüllung 

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Glasionomerzement und Komposit im Überblick:

  • Ästhetik: Komposit ist zahnfarben und kaum sichtbar, Glasionomerzement wirkt etwas opaker.
  • Belastbarkeit: Komposit ist für stärkere Kaubelastung ausgelegt, Glasionomerzement eher für geringer belastete Bereiche.
  • Kariesschutz: Glasionomerzement gibt Fluorid ab, Komposit nicht.
  • Verarbeitung: Glasionomerzement ist unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und schneller verarbeitet.

Welches Material im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir individuell mit Ihnen anhand von Kavitätengröße, Kaudruck und persönlicher Situation.

Vorteile von Kompositfüllungen im Überblick

  • Ästhetik: zahnfarben und individuell anpassbar
  • Zahnschonung: minimalinvasive Präparation durch Klebetechnik
  • Stabilität: hohe Druck- und Verschleißfestigkeit für den Seitenzahnbereich
  • Reparierbar: kleinere Defekte lassen sich oft ausbessern statt komplett zu erneuern
  • Metallfrei: quecksilberfreie Alternative zu Amalgam

Was übernimmt die Krankenkasse?

Seit dem EU-weiten Amalgamverbot zum 1. Januar 2025 gilt im Seitenzahnbereich eine amalgamfreie Versorgung (in der Regel Glasionomerzement) als Regelversorgung und wird von der gesetzlichen Krankenkasse ohne Zuzahlung übernommen. Entscheiden Sie sich für eine Kompositfüllung, handelt es sich um eine höherwertige Versorgung: Die Mehrkosten tragen Sie in diesem Fall selbst, geregelt über eine vorab schriftlich abgeschlossene Mehrkostenvereinbarung. Die genaue Höhe Ihrer Zuzahlung entnehmen Sie Ihrem individuellen Kostenvoranschlag.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange hält eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich?

Studien zeigen Überlebensraten von etwa 91–96 % nach 5 Jahren und 79–92 % nach 10 Jahren.  Die individuelle Haltbarkeit hängt von Mundhygiene, Kaubelastung und Füllungsgröße ab.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Kompositfüllung am Backenzahn?

Die Regelversorgung im Seitenzahnbereich (in der Regel Glasionomerzement) ist zuzahlungsfrei. Für eine Kompositfüllung fällt in der Regel eine Zuzahlung an.

Ist eine Kompositfüllung besser als Glasionomerzement?

Beide Materialien haben ihre Berechtigung – Komposit punktet bei Ästhetik und Belastbarkeit, Glasionomerzement bei Fluoridabgabe und Verarbeitung. Die passende Wahl richtet sich nach dem Einzelfall.

Tut eine Kompositfüllung weh?

Die Behandlung erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Eine kurzzeitige Empfindlichkeit danach ist möglich und klingt meist innerhalb weniger Tage ab.

Sollten Sie weitere Fragen zum Ablauf oder den verwendeten Materialien haben, erläutern wir Ihnen gerne auch alle Unklarheiten persönlich. Ihre Zahnarztpraxis Dr. Lorenz Holmer