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Praxiswissen 3 Min. Lesezeit

Füllungstherapie im Seitenzahnbereich

Füllungen

Füllungstherapie im Seitenzahnbereich

Was ist eine Kompositfüllung?

Wer im Backenzahnbereich eine neue Füllung benötigt, steht häufig vor der Frage: Kompositfüllung oder Alternative auf Kassenkosten? Eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich ist heute die am häufigsten gewählte zahnfarbene Versorgung für  Backenzähne-ästhetisch unauffällig, stabil und in wissenschaftlichen Studien gut untersucht.

Komposit ist ein zahnfarbenes Kunststoffmaterial, das mittels Klebetechnik (Adhäsivverfahren) fest mit dem Zahn verbunden wird. Anders als bei früher üblichen Füllungen ist dafür meist keine zusätzliche mechanische Verankerung nötig –gesunde Zahnsubstanz kann so besser geschont werden. Nach dem Aushärten mit einer speziellen Lichtquelle ist die Füllung sofort belastbar.

So läuft die Behandlung ab

Der Ablauf einer Füllungstherapie mit Kunststoff ist standardisiert und dauert je  nach Größe der Kavität meist 20 bis 45 Minuten:

  • Betäubung: Die betroffene Region wird örtlich betäubt.
  • Kariesentfernung: Erkranktes Zahngewebe wird vorsichtig entfernt.
  • Trockenlegung: Der Zahn wird trockengelegt, damit das Material sicher haftet.
  • Schichtaufbau: Die Füllung wird in mehreren dünnen Schichten aufgebaut und  jeweils mit Licht ausgehärtet.
  • Ausarbeitung: Abschließend werden Form, Kontaktpunkte und Bisslage kontrolliert  und die Füllung poliert.

Kompositfüllung oder Glasionomerzement – was ist der Unterschied?

Bildtitel

Auf diesem Bild können Sie die unterschiedlichen Füllungsmaterialien vergleichen. Von links nach rechts: Amalgam (seit 01.01.2025 EU-weit verboten), Glasionomerzement und eine vollanatomische Kompositfüllung.

Neben Komposit kommt im Seitenzahnbereich auch Glasionomerzement (GIZ) zum Einsatz,  etwa als Kassen-Regelversorgung. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Ästhetik: Die weiße Füllung aus Komposit ist zahnfarben und kaum sichtbar, Glasionomerzement wirkt etwas opaker.
  • Belastbarkeit: Kunststofffüllungen sind für stärkere Kaubelastung ausgelegt, Glasionomerzement eher für geringer belastete Bereiche.
  • Kariesschutz: Glasionomerzement gibt Fluorid ab, Komposit nicht.
  • Verarbeitung: Glasionomerzement ist unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und schneller verarbeitet.

Welches Material im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir individuell mit Ihnen  anhand von Kavitätengröße, Kaudruck und persönlicher Situation.

Wie lange hält eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich?

Die Haltbarkeit von Zahnfüllungen aus Komposit im Seitenzahnbereich ist durch  zahlreiche klinische Studien gut belegt. Große Metaanalysen zeigen:

  • Nach 5 Jahren: Überlebensrate von etwa 91–96 %
  • Nach 10 Jahren: Überlebensrate von etwa 79–92 %
  • Nach 15–20 Jahren: bei guter Pflege und Indikation ist eine weiterhin funktionsfähige  Füllung möglich, die Ausfallrate steigt jedoch kontinuierlich

Wie lange Ihre Füllung tatsächlich hält, hängt neben dem Material auch von  Mundhygiene, Ernährung, nächtlichem Zähneknirschen und der Größe der Kavität ab.

Wann ist eine Kompositfüllung sinnvoll – und wann eher nicht?

Für die meisten Kavitäten im Seitenzahnbereich ist eine Füllung aus Komposit gut  geeignet, insbesondere bei mittelgroßen Defekten mit ausreichend gesunder  Restzahnsubstanz für eine sichere Klebeverbindung.

Bei sehr ausgedehnten Kavitäten, starkem Zähneknirschen (Bruxismus) ohne  Schienenversorgung oder eingeschränkter Möglichkeit zur Trockenlegung kann im  Einzelfall eine andere Versorgung sinnvoller sein. Ob dies bei Ihnen zutrifft, klärenwir im Rahmen der Untersuchung individuell.

Vorteile von Kompositfüllungen im Überblick

  • Ästhetik: zahnfarben und individuell anpassbar
  • Zahnschonung: minimalinvasive Präparation durch Klebetechnik
  • Stabilität: hohe Druck- und Verschleißfestigkeit für den Seitenzahnbereich
  • Reparierbar: kleinere Defekte lassen sich oft ausbessern statt komplett zu erneuern
  • Metallfrei: gute Biokompatibilität

Was übernimmt die Krankenkasse?

Seit dem EU_weiten Amalgamverbot zum 1. Januar 2025 gilt im Seitenzahnbereich eine  amalgamfreie Versorgung (in der Regel Glasionomerzement) als Regelversorgung und wirdvon der gesetzlichen Krankenkasse ohne Zuzahlung übernommen. Entscheiden Sie sich füreine Kompositfüllung, handelt es sich um eine höherwertige Versorgung: Die  Mehrkostentragen Sie in diesem Fall selbst, geregelt über eine vorab schriftlich abgeschlossene Mehrkostenvereinbarung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange hält eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich?

Studien zeigen Überlebensraten von etwa 91–96 % nach 5 Jahren und 79–92 % nach 10 Jahren.[1] Die individuelle Haltbarkeit hängt von Mundhygiene, Kaubelastung und Füllungsgröße ab.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Kompositfüllung am Backenzahn?

Die Regelversorgung im Seitenzahnbereich (in der Regel Glasionomerzement) ist zuzahlungsfrei.[2] Für eine Kompositfüllung fällt in der Regel eine Zuzahlung an, außer bei medizinischer Notwendigkeit.

Ist eine Kompositfüllung besser als Glasionomerzement?

Beide Materialien haben ihre Berechtigung – Komposit punktet bei Ästhetik und Belastbarkeit, Glasionomerzement bei Fluoridabgabe und Verarbeitung. Die passende Wahl richtet sich nach dem Einzelfall.

Tut eine Kompositfüllung weh?

Die Behandlung erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Eine kurzzeitige Empfindlichkeit danach ist möglich und klingt meist innerhalb weniger Tage ab.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.

Sie möchten wissen, welche Füllung für Ihren Zahn geeignet ist? Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin – wir beraten Sie individuell zu Material, Haltbarkeit und Kosten.